Miniröcke, Shoppingroboter und Kawaii-Kult – die CEATEC zeigt, wie Marketing geht

Über die Tokyo CEATEC (Combined exhibition of Advanced Technologies) ist wirklich genug geschrieben worden, und wir müssen uns hier nicht auch noch über neue Beamer-Technik fürs Heimkino, Gamekonsolen, 4 GB Memory cards oder farbige e-Books auslassen. Aber vielleicht über etwas anderes – den Marketingaspekt der ganzen Show. Abgesehen davon, dass die süssen Mädels, die dort ihre Beine zeigten, einfach zum Anbeißen aussahen, ist noch etwas ganz anderes auffällig gewesen:
Marketing in Japan verläuft nach einem ziemlich simpel gestrickten Muster – wichtig ist nur, ein paar Begriffe zu kennen und zu verstehen, was dahinter steckt: Kawaii (alles, was niedlich ist), Idol culture (Hype um Stars), manga, Anime, Technologie. Und – ganz klar, eine Prise Verrücktheit und Spontaneität.

Auf der CEATEC gab es hauptsächlich drei wichtige Aspekte:

1. Roboter
Echte Publikumsmagnete. Viele Leute sind heiß darauf zu sehen, ob ihre Lieblingsmangafiguren technisch schon so weit entwickelt sind, dass sie irgendwann vielleicht tatsächlich unter uns leben könnten. MuRata zum Beispiel schoß diesmal den Vogel ab, in dem sie einen Roboter zeigten, der mit jeder Technologie aufwartet, die das Unternehmen bisher entwickelt hat: Bluetooth, verschiedene Sensoren, Batterien etc. Obwohl muRata nicht vor hat, in Zukunft auf die Entwicklung von Robotern zu setzen, war ihr Stand immer proppenvoll (ein detaillierter Bericht folgt). Fujitsu wiederum zeigte einen kleinen Shopping-Roboter, der zwar noch in Arbeit ist, aber bald als Projekt realisiert wird und schon jetzt in einigen AEON-Einkaufszentren Tokyos zu sehen ist. Auch hier waren die Leute ganz wild darauf, mit dem kleinen Kerl zu spielen, mit ihm zusammen aufs Fotos zu kommen und ein Stück Zukunft in Aktion zu sehen. Und erst der NEC Babysitter-Roboter…..

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2. Starkult und allerlei Niedliches…

…schon wieder eine Mischung aus süssen Anime-Figuren und dem Dauerbrenner Cosplay, diesmal abgemixt mit etwas Mode und dem japanischen Starkult. Die Mädels hier waren nicht einfach nur Messe-Hostessen im Teilzeitjob – sie wollten nach oben, entdeckt und selbst ein Star werden als Hauptattraktionen der großen Firmen. Das Geschäft mit dem Starkult ist riesig in Japan … und für das Publikum ein Riesenvergnügen: Hübsche Mädchen in Miniminiröcken und sexy Kostümen zu sehen, hat ja durchaus was. Einige Leute knipsten deshalb wild drauf los, in der Hoffnung, eines der Mädchen würde einmal wirklich berühmt und ihre Fotos damit zu Höchstpreisen gehandelt werden. Die Modeindustrie mischt kräftig mit, in dem sie an den Mädchen ihre neuesten Trends zeigt. Schwarze Overknees, zum Beispiel. Aber über die haben wir uns ja schon ausgelassen… (for article click here)

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3.Technologie
…man muss wohl nicht erwähnen, dass es eine ganze Menge davon auf der CEATEC gibt, auch wenn – jawohl – sie wirklich nicht alles ist. Es geht letztlich darum, wie sie vermarktet wird, und das passiert auf dieser Messe in absolut großem Stil. Man könnte angesichts des begrenzten Platzangebots der Tokioter Ausstellungsräume denke, dass die Hersteller ihre Stände mit allem, was sie haben, vollstopfen – ist aber nicht so. Tatsächlich präsentierten Panasonic, Pioneer, Hitachi, Sony und die anderen jede Menge Leere – und mittendrin riesige HD TV-Monitore, aufgereiht wie sonst die Mädels mit den langen Beinen. Faktisch drei Hallen widmeten sie nur diesen riesigen Fernsehern. Und jeder Menge R & D zum Spielen und Anfassen, zum Dabeisein. Deshalb kommen die Leute, das ist es, was sie wollen – coole Sachen, ein Ausblick in die Zukunft halt.
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von Silke Pfersdorf

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