Der Tokioter Verkehr kann einen umbringen. Vielleicht ist er weniger verrückt als vielmehr frustrierend, aber mit Sicherheit steht man sich besser im Gewühl mit einem Monkey als in einem Auto.
Wie auch immer, obwohl wir uns immer noch über viel zu kurze grüne Ampelphasen ärgern, stellte sich jetzt heraus, dass das ganze Verkehrskontrollsystem sehr viel ausgeklügelter ist, als wir dachten.

Kürzlich hatten wir nämlich die Möglichkeiten, das Tokioter Traffic Control Center zu besuchen und einen Blick ins Innenleben des Verkehrs in Nippons Hauptstadt zu kriegen. Wir waren sozusagen hautnah dabei. 24-Stunden-Schichten werden von den Mitarbeitern gefahren, um die Verkehrsnetze, die Landkarte der Adern dieser Stadt, auf Türme von Monitoren zu übertragen.

Von links nach rechts zeichnen die Autobahn-Anzeigetafel, die Zentral-Anzeigetafel, und die Informations-Tafel ein Bild der aktuellen Verkehrssituation, in dem sie Informationen von Kameras, Hubschraubern, Polizei, Bürgerhinweisen und über 17,000 Fahrzeugdetektoren überall in der Stadt sammeln.

In der Mitte sitzt der Kommandeur des Kontrollzentrums, zu seiner Seite Mitarbeiter, die beim Sammeln der Informationen behilflich sind. Die Informationstafel ganz rechts kann jedes Dokument anzeigen, von der handschriftlichen Notiz bis zur Zusatzkarte, die über den Computer eingespielt wird.

Die Zentral-Anzeigetafel beleuchtet die Situation auf den 1,000 Kreuzungen, und hat15,154 Ampeln in ihrem System. Wo immer Staus auftauchen oder gemeldet werden, wechselt die Farbe des betroffenen Gebietes von grün zu rot. Auch Unfälle oder gesperrte Straßen werden sofort angezeigt.
Die Tokioter bekommen die Informationen normalerweise über das Radio und 300 Verkehrsinfo-Tafeln über den Straßen. Um den Verkehrsfluß direkt zu beeinflussen, können die Ampelphasen für 7000 Ampeln per Hand verändert werden, außerdem kann mit den Verkehrspolizisten vor Ort direkt Kontakt aufgenommen werden.

Tokyo mag nicht unbedingt einer der verkehrsfreundlichsten Orte dieser Welt sein, aber die Zustände hier sind nicht annähernd so schlimm wie in vielen anderen Ballungszentren. Unserer Meinung nach bewirken die Fahrzeugdetektoren und Monitore eine Menge, und wir haben die zukünftige mögliche Entwicklung mit den Verantwortlichen diskutiert – wie zum Beispiel die Integration der Detektoren ins Navigationssystem der Autos, damit die Fahrer noch schneller informiert werden.



