Liebe Leser, wir würden euch niemals aufs Glatteis führen. Wir lieben Marketing, und wir lieben das Absurde. Wer für beides einen Sinn hat, hat jetzt die Chance, den großartigsten Blog seines Lebens zu entdecken. Wir übertreiben? No way. Übersetzt heißt der Blog so:
Ich mache jeden Tag ein Bild des Verkaufsautomaten (oder so). Es tut mir furchtbar leid.
Tatsächlich: Ryuuichi Terada aus Sapporo, Hokkaido, hat denselben Coca-Cola-Automaten fast jeden Tag fotografiert, über zwei Jahre lang, und dabei hat er natürlich auch alle Veränderungen im Bild festgehalten. Ehrlich gesagt haben wir erstmal nur gelacht, wie jemand auf so einen Gedanken kommen kann; aber dann waren wir absolut gefesselt. Nicht nur, dass der Mann Fotos gemacht hat, aber er zieht auch noch Vergleiche zwischen den neueren und jenen vom Vorjahr, und am Ende zeichnet er gar Diagramme, die eines John Madden würdig wären, um die Unterschiede zu dokumentieren. Ablesbar: Wann neue Produkte dazukamen, Sticker – und alle möglichen Marketing-Gimmicks natürlich.

Jedes Produkt listet er in seiner genauen Position auf (A4, B12, etc), zusammen mit seiner Größe und dem Gewicht, und er schafft es sogar, die veränderten Labels des Getränkeherstellers deutlich zu machen. Eine unglaubliche Arbeit – und dabei wirklich sinnvoll und aussagekräftig.

Dank Terada-san können wir nun genau sagen, wann die Getränkeautomaten die “Hot”-Taste für die heißen Winterdrinks aktivieren (nach der zweiten Oktoberwoche). Teradas Blog notiert auch eine gewisse Nostalgie beim Gedanken an 2005, als er klagt, die Maschine habe nun” zu viele Aufkleber”. Wenn er beschäftigt ist oder auf Geschäftsreise, macht seine Frau die Fotos für ihn, also ist man wirklich immer bestens informiert und auf der Höhe der Zeit in seinem Blog. Auf seiner Flickr page beweist er ganz nebenbei seine Liebe zu den anderen Coca-Cola-Automaten, die ihm so unterwegs auffallen.

Japan ist voller Verkaufsautomaten, und wir halten das für selbstverständlich. Sogar auf dem Fuji gibt es welche, und in der Stadt muss man keine 10 Meter gehen, um von einem zum nächsten zu gelangen. Irgendjemand füllt sie auf, stellt die Flaschen an diesen oder jenen Platz, klebt Sticker drauf und überprüft die Temperatur, aber wir schmeißen schnöde nur das Geld rein und gehen weiter. Die Maschinen durchleben dabei ihre Jahreszeiten wie unsereins, mit verändertem Marketing und anderen Zahlmöglichkeiten. Sie sind ein kleiner Laden für sich.
Die Unterzeile zu Teradas Blog ist “Wenn du mal kein Brot hast – wäre es nicht gut, eine Cola zu trinken?”. Na ja, ganz sicher bin ich nicht… Der Royal Milk Tea in B05 sieht auch ganz verführerisch aus.
(Blog gefunden in der September-Ausgabe von Henshukaigi
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Ich bin einfach fasziniert,
wenn diese Menschen nichts zu tun haben, schaffen sie sich einfach eine – dazu recht sinnvolle – Beschäftigung.